MZH Hausen 010

Holzhandwerk statt Stahl-Einbauteile – Mehrzweckhalle und Gemeindesaal in Hausen

Bauherrschaft Einwohnergemeinde Hausen AG
Architektur hummburkart architekten GmbH
Baujahr 2017–2019
schaerholzbau Gesamtleister mit Werkgruppe
Fotografie Christian Hartmann

Raumkomposition in Buchenholz

Stetig steigende Einwohnerzahlen verändern die einst von bäuerlichen Betrieben geprägte Gemeinde Hausen im Kanton Aargau. Die neue Mehrzweckhalle bildet im Kontext dieser Entwicklung einen wichtigen Baustein. Nördlich der Ortsmitte deckt sie den wachsenden Raumbedarf für Vereine sowie für schulische, kulturelle und sportliche Aktivitäten. Zugleich lässt sie in unmittelbarer Nähe zur Grundschule und zum Gemeindehaus einen weiteren Zentrumsort für das Dorfleben entstehen. Zusammen mit einer bestehenden kleinen Veranstaltungshalle rahmt die neue Mehrzweckhalle nun einen zur Hauptstrasse orientierten öffentlichen Platz, auf dem vielfältige Veranstaltungen, Märkte und Feste stattfinden können.

Sensibel ins kleinteilige Umfeld integriert

Das massstäbliche, angenehme Erscheinungsbild dieses Freiraums wird wesentlich von der architektonischen Qualität der Mehrzweckhalle bestimmt. Zum einen öffnet sie sich einladend mit verglastem Foyer und weit auskragendem Vordach zur Platzfläche. Zum anderen fügt sie sich dank der subtil höhengestaffelten Kubatur sensibel in das kleinteilige Umfeld ein. Eine prägende Rolle spielt jedoch auch das Baumaterial Holz. Beispielsweise gliedern sich die Fassaden aus druckimprägniertem, geöltem Tannenholz in horizontale Bänder, die mit schlanken vertikalen Holzstäben so miteinander verzahnt werden, dass gleichermaßen ruhige wie sanft bewegte Oberflächen entstehen. Hinzu kommt, dass keineswegs nur die Fassade, sondern – über einem betonierten Untergeschoss – auch das gesamte Tragwerk und die raumbildenden Oberflächen fast komplett aus Holz bestehen.

Raumkomposition aus Buchenholz und BauBuche

Dass sich bei diesem Entwurf alles um den Baustoff Holz dreht, liegt nicht nur an seiner Nachhaltigkeit, oder daran, dass er schnelle Bauprozesse sowie schlanke und bauphysikalisch einfache Konstruktionsaufbauten ermöglicht. Seine Verwendung war vielmehr vor allem deshalb von Anfang an klar, weil das Projekt aus einem Gesamtleistungswettbewerb hervorgeht, den das Holzbauunternehmen schaerholzbau als Totalunternehmer gemeinsam mit hummburkart architekten und Christoph Wey Landschaftsarchitekten für sich entscheiden konnte. Ziel des von der Gemeinde ausgelobten Verfahrens war eine ebenerdig in zwei gleiche Hälften teilbare, schulsporttaugliche Mehrzweckhalle mit Bühne und Zuschauertribüne sowie ein separater kleiner Gemeindesaal. Die Halle mit vorgegebenen Grundrissabmessungen sollte eine lichte Raumhöhe von mindestens 8 m aufweisen und eine maximale Gebäudehöhe von 11 m nicht überschreiten. Entsprechend stand für den Dachaufbau eine Gesamthöhe von 3 m zur Verfügung – ein Wert, der angesichts einer Spannweite von knapp 32 m durchaus als Herausforderung zu betrachten ist. Und so konzipierten die Architekten und das Holzbauunternehmen noch in der Wettbewerbsphase einen Holz-Fachwerkträger, der in dieser geringen Höhe und optischen Leichtigkeit nur in hochfester BauBuche möglich war. Anschließend entschieden sie sich im Sinne eines einheitlich gestalteten Innenraums für Buchenholz als bestimmendes Material auch für die Wandbekleidungen und die Zuschauertribüne.

 

Filigrane Fachwerkträger aus BauBuche und Stahl-Zugstangen

Die insgesamt zehn BauBuche-Fachwerkträger wurden im Werk des Holzbauunternehmens komplett vorgefertigt und anschließend an einem einzigen Tag mit Sondertransportern auf die Baustelle gebracht und mit einem mobilen Kran eingehoben. In Holz wurden dabei die vorwiegend druck- und biegebeanspruchten Bauteile der Fachwerkträger ausgeführt: diagonale Druckgurte sowie Ober- und Untergurte. Letztere sind insofern besonders als sie aus BauBuche Q bestehen – einem Buchen-Furnierschichtholz, das neben faserparallelen Furnierlagen auch über rund 15 Prozent Querlagen verfügt und die Bauteile dadurch robuster und verwindungssteifer macht. Als vertikale Zuggurte dienen dünne Stahlstäbe. Sie machen den Kräfteverlauf im Fachwerk erlebbar und tragen überdies dazu bei, ungünstige Zugbeanspruchungen in Holzbauteilen zu vermeiden. Zugleich sorgen sie dafür, dass die Träger wesentlich filigraner erscheinen, als Fachwerkträger mit Druck- und Zuggurten gleichen Querschnitts. Dank der hohen Druckfestigkeit von BauBuche ließen sich diese Zugstangen ohne weitere Lastverteilungsbauteile einfach in die vorgebohrten Ober- und Untergurte stecken und an flächenbündigen Konterplatten verschrauben.

Holzhandwerk statt Stahl-Einbauteile

Ziel der Planer war es, so wenige Stahlbauteile wie möglich einzusetzen, um dadurch Kosten einzusparen, aber auch um hohe optische Qualitäten zu erreichen. Und so kamen Schlitzbleche, Stahlplatten und Stabdübel tatsächlich nur dort zum Einsatz, wo es wirklich unerlässlich war: an den mittigen Stößen der zweiteiligen Ober- und Untergurte aus BauBuche sowie an den Auflagerpunkten der in Ständerbauweise ausgeführten Holzwänden. Die am Rand 24 x 20 cm und in der Mitte 24 x 16 cm schlanken Druckstreben hingegen wurden zimmermannsmäßig mit doppeltem Versatz montiert und lediglich mit Schrauben fixiert. Dies lässt nicht nur ein elegantes handwerkliches Erscheinungsbild entstehen, es spart auch Gewicht ein, was wiederum insgesamt grazilere Querschnitte ermöglicht. Zum gleichen Ergebnis führt auch die in der Seitenansicht dachförmige Ausbildung der Fachwerkträger. Dass die Träger in der Mitte 2,64 m und am Rand 2,11 m hoch sind, ist in der Halle kaum wahrnehmbar, trägt aber maßgeblich dazu bei, Hilfskonstruktionen und damit unnötige Lasten zu vermeiden.

Raumkomposition in Buchenholz

Stetig steigende Einwohnerzahlen verändern die einst von bäuerlichen Betrieben geprägte Gemeinde Hausen im Kanton Aargau. Die neue Mehrzweckhalle bildet im Kontext dieser Entwicklung einen wichtigen Baustein. Nördlich der Ortsmitte deckt sie den wachsenden Raumbedarf für Vereine sowie für schulische, kulturelle und sportliche Aktivitäten. Zugleich lässt sie in unmittelbarer Nähe zur Grundschule und zum Gemeindehaus einen weiteren Zentrumsort für das Dorfleben entstehen. Zusammen mit einer bestehenden kleinen Veranstaltungshalle rahmt die neue Mehrzweckhalle nun einen zur Hauptstrasse orientierten öffentlichen Platz, auf dem vielfältige Veranstaltungen, Märkte und Feste stattfinden können.

Sensibel ins kleinteilige Umfeld integriert

Das massstäbliche, angenehme Erscheinungsbild dieses Freiraums wird wesentlich von der architektonischen Qualität der Mehrzweckhalle bestimmt. Zum einen öffnet sie sich einladend mit verglastem Foyer und weit auskragendem Vordach zur Platzfläche. Zum anderen fügt sie sich dank der subtil höhengestaffelten Kubatur sensibel in das kleinteilige Umfeld ein. Eine prägende Rolle spielt jedoch auch das Baumaterial Holz. Beispielsweise gliedern sich die Fassaden aus druckimprägniertem, geöltem Tannenholz in horizontale Bänder, die mit schlanken vertikalen Holzstäben so miteinander verzahnt werden, dass gleichermaßen ruhige wie sanft bewegte Oberflächen entstehen. Hinzu kommt, dass keineswegs nur die Fassade, sondern – über einem betonierten Untergeschoss – auch das gesamte Tragwerk und die raumbildenden Oberflächen fast komplett aus Holz bestehen.

Raumkomposition aus Buchenholz und BauBuche

Dass sich bei diesem Entwurf alles um den Baustoff Holz dreht, liegt nicht nur an seiner Nachhaltigkeit, oder daran, dass er schnelle Bauprozesse sowie schlanke und bauphysikalisch einfache Konstruktionsaufbauten ermöglicht. Seine Verwendung war vielmehr vor allem deshalb von Anfang an klar, weil das Projekt aus einem Gesamtleistungswettbewerb hervorgeht, den das Holzbauunternehmen schaerholzbau als Totalunternehmer gemeinsam mit hummburkart architekten und Christoph Wey Landschaftsarchitekten für sich entscheiden konnte. Ziel des von der Gemeinde ausgelobten Verfahrens war eine ebenerdig in zwei gleiche Hälften teilbare, schulsporttaugliche Mehrzweckhalle mit Bühne und Zuschauertribüne sowie ein separater kleiner Gemeindesaal. Die Halle mit vorgegebenen Grundrissabmessungen sollte eine lichte Raumhöhe von mindestens 8 m aufweisen und eine maximale Gebäudehöhe von 11 m nicht überschreiten. Entsprechend stand für den Dachaufbau eine Gesamthöhe von 3 m zur Verfügung – ein Wert, der angesichts einer Spannweite von knapp 32 m durchaus als Herausforderung zu betrachten ist. Und so konzipierten die Architekten und das Holzbauunternehmen noch in der Wettbewerbsphase einen Holz-Fachwerkträger, der in dieser geringen Höhe und optischen Leichtigkeit nur in hochfester BauBuche möglich war. Anschließend entschieden sie sich im Sinne eines einheitlich gestalteten Innenraums für Buchenholz als bestimmendes Material auch für die Wandbekleidungen und die Zuschauertribüne.

 

Filigrane Fachwerkträger aus BauBuche und Stahl-Zugstangen

Die insgesamt zehn BauBuche-Fachwerkträger wurden im Werk des Holzbauunternehmens komplett vorgefertigt und anschließend an einem einzigen Tag mit Sondertransportern auf die Baustelle gebracht und mit einem mobilen Kran eingehoben. In Holz wurden dabei die vorwiegend druck- und biegebeanspruchten Bauteile der Fachwerkträger ausgeführt: diagonale Druckgurte sowie Ober- und Untergurte. Letztere sind insofern besonders als sie aus BauBuche Q bestehen – einem Buchen-Furnierschichtholz, das neben faserparallelen Furnierlagen auch über rund 15 Prozent Querlagen verfügt und die Bauteile dadurch robuster und verwindungssteifer macht. Als vertikale Zuggurte dienen dünne Stahlstäbe. Sie machen den Kräfteverlauf im Fachwerk erlebbar und tragen überdies dazu bei, ungünstige Zugbeanspruchungen in Holzbauteilen zu vermeiden. Zugleich sorgen sie dafür, dass die Träger wesentlich filigraner erscheinen, als Fachwerkträger mit Druck- und Zuggurten gleichen Querschnitts. Dank der hohen Druckfestigkeit von BauBuche ließen sich diese Zugstangen ohne weitere Lastverteilungsbauteile einfach in die vorgebohrten Ober- und Untergurte stecken und an flächenbündigen Konterplatten verschrauben.

Holzhandwerk statt Stahl-Einbauteile

Ziel der Planer war es, so wenige Stahlbauteile wie möglich einzusetzen, um dadurch Kosten einzusparen, aber auch um hohe optische Qualitäten zu erreichen. Und so kamen Schlitzbleche, Stahlplatten und Stabdübel tatsächlich nur dort zum Einsatz, wo es wirklich unerlässlich war: an den mittigen Stößen der zweiteiligen Ober- und Untergurte aus BauBuche sowie an den Auflagerpunkten der in Ständerbauweise ausgeführten Holzwänden. Die am Rand 24 x 20 cm und in der Mitte 24 x 16 cm schlanken Druckstreben hingegen wurden zimmermannsmäßig mit doppeltem Versatz montiert und lediglich mit Schrauben fixiert. Dies lässt nicht nur ein elegantes handwerkliches Erscheinungsbild entstehen, es spart auch Gewicht ein, was wiederum insgesamt grazilere Querschnitte ermöglicht. Zum gleichen Ergebnis führt auch die in der Seitenansicht dachförmige Ausbildung der Fachwerkträger. Dass die Träger in der Mitte 2,64 m und am Rand 2,11 m hoch sind, ist in der Halle kaum wahrnehmbar, trägt aber maßgeblich dazu bei, Hilfskonstruktionen und damit unnötige Lasten zu vermeiden.

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